Freitag, 18. Juli 2008

III. Know-how-Kongress "Demographie 2.0"

Am 8. September 2008 setzen INQA, die Initiative Neue Qualität der Arbeit, und ddn eine Tradition fort und veranstalten ihren diesjährigen Know-how-Kongress. Titel: "Demographie 2.0 - Mode oder Megatrend?" Ort der Veranstaltung ist der Gürzenich in Köln.

Am Vortag der Messe "Zukunft Personal" ziehen Experten, Politiker und Personaler aus ganz Deutschland eine Zwischenbilanz der Demographiedebatte und stellen die Strategien von Politik und Wirtschaft auf den Prüfstand. Mitglieder des Demographie Netzwerks und Vertreter von Pionierunternehmen präsentieren das neueste betriebswirtschaftliche Know-how in Sachen Demographie.

Eine attraktive Preisgestaltung und freier Eintritt zur Kölner Messe Zukunft Personal 2008 am 9. und 10. September machen den Kongress zusätzlich interessant. Weitere Informationen und den Ankündigungsflyer finden Sie auf
http://www.demographie-netzwerk.de/termine/iii.-know-how-kongress-demographie.html

Ein Formular zur Online-Anmeldung gibt es auf der Website des Partners INQA, unter:
http://www.inqa.de/Inqa/Navigation/Service/Termine/anmeldung.html

Montag, 16. Juni 2008

Schweiz: »Leidensdruck nicht gross genug«

Der Schweizer Arbeitsmarkt verwöhnt die Unternehmen, so Michael Agoras, Chef von Adecco Schweiz und Österreich. Laut einer neuen Adecco-Studie messen Schweizer Unternehmen dem demografischen Wandel geringes Gewicht bei.

Der Schweizer Arbeitsmarkt ist nach wie vor so attraktiv, dass die Wirtschaft die benötigten Fachkräfte im Ausland rekrutieren kann. Solange dies der Fall ist, sieht sie keine Notwendigkeit, das heimische Potenzial - das insbesondere in den älteren Mitarbeitenden schlummert - stärker zu nutzen.

Agoras hält dieses Versäumnis für «problematisch», weil sich die Schweiz ihrer Anziehungskraft nicht auf Dauer gewiss sein könne. Ein erster wichtiger Schritt, um das Problem der demografischen Fitness anzugehen, wäre aus seiner Sicht: Die Unternehmen hier zu Lande müssen sich überhaupt einmal klar werden, wie es um die Altersstruktur ihrer Beschäftigten steht. Immerhin die Hälfte der Firmen hat dies laut der Befragung bislang überhaupt nicht analysiert.

Tagesanzeiger.ch

Sonntag, 15. Juni 2008

Noch kein «altes Eisen»: Zemmler gibt Älteren eine Chance

»Es ist seit acht Jahren seine erste Festeinstellung. Vor 20 Jahren hat er letztmals in seinem Beruf als Instandhalter gearbeitet. Für Gerd Frindt aus Freienhufen gleicht sein neuer Job bei Zemmler Großräschen einem Fünfer im Lotto. «Mit 52 Jahren bekommst du solch eine Chance nicht auf dem Silbertablett serviert», weiß der erfahrene Handwerker, der sich in all den Jahren zuvor nur von einer befristeten Stelle zur nächsten gehangelt hatte.
Für Geschäftsführer Heiko Zemmler ist die Neueinstellung «nichts Besonderes». Ältere Arbeitnehmer sind für ihn das Salz in der Suppe. «Sie haben ein unheimliches Maß an Einsatzbereitschaft und Fachwissen, sind mit der Region verbunden und können als gelernte DDR-Bürger hervorragend improvisieren. Pflichtbewusstsein, Pünktlichkeit und Ordnung sind für sie selbstverständlich» , nennt Heiko Zemmler nur einige Vorteile, die für ihn auf der Hand liegen. Seine 12-Mann-Mannschaft ist daher selbstverständlich gemixt und relativ ausgewogen. 26-Jährige gehören genauso zum Team wie drei über 50-Jährige...«
Weiter in der Lausitzer Rundschau

Montag, 26. Mai 2008

Dr. Werner Mayer vom MCH: »Her mit den Alten!«

Dr. Werner Mayer vom Management Center Handwerk (MCH) schreibt in seinem kürzlich online erschienenen Artikel »Gehirnjogging hält ältere Mitarbeiter geistig fit«, dass nicht das kalendarische Alter, sondern dass besonders die schlechten Arbeitsbedingungen alt machen.

Da wir von der mehr oder weniger offen ausgesprochenen Formel »Die Alten raus« in absehbarer Zeit zu »Die Alten bleiben« und wenig später zu der Forderung »Her mit den Alten!« übergehen werden, müssen wir schauen, was die Wissenschaft an probaten Möglichkeiten anbietet, um die Fähigkeiten und Vorteile, die die Alten bieten, auch ausschöpfen zu können.

Der immer noch vorherrschende Reflex, dogmatisch allein auf jüngere Arbeitnehmer zu setzen, ist schon im Ansatz verfehlt
»einmal abgesehen davon, dass ein solcher Ansatz schon aufgrund der nackten Zahlen der Bevölkerungsentwicklung schwerlich durchzuhalten sein wird. Deutlich vielversprechender scheint es, über den Aufbau einer gemischten Altersstruktur einen Kompetenzmix innerhalb des Unternehmens herzustellen.«

Denn darüber sollten wir uns klar sein: das Defizitmodell, das bei der Betrachtung der Alten bislang die entscheidende Rolle spielte, hat vollkommen ausgedient. An dessen Stelle ist das Kompetenzmodell - auch Talentmodell genannt - getreten, das Defizite nicht leugnet, jedoch eine sehr viel differenzierte Betrachtungsweise zulässt, und damit künftig als Maßstab für Veränderungsmaßnahmen dient.

Als ein wichtigstes Facit arbeitet Mayer in dem Artikel heraus, dass besonders »Gehirnjogging« ältere Mitarbeiter geistig fit hält, also dass bewusst häufig wechselnde und damit »das Gehirn anregende« Arbeitssituationen geschaffen werden müssen - letztlich für alle.

Also
»sind die Arbeitsbedingungen und die Unternehmenskultur entscheidender als die rein theoretische Leistungsfähigkeit: Nicht das kalendarische Alter, sondern schlechte Arbeitsbedingungen machen alt.
Wie der Körper sind auch das Gehirn und damit die geistige Leistungsfähigkeit trainierbar und auf diese Weise verbesserbar. Dies gilt bis ins hohe Alter. Entsprechende Maßnahmen sind nicht als Luxus oder als Sonderbehandlung einzelner Gruppen zu verstehen, sondern liegen im Interesse des gesamten Unternehmens. Altersgerechte Arbeitsgestaltung im weitesten Sinne ist gute Arbeitsgestaltung für alle.«
Der ganze Artikel

Freitag, 9. Mai 2008

Schweiz: Arbeiten über 65 hinaus ist nicht gefragt

Gaby Szöllösy schreibt am 8. Mai 2008 im Schweizer Tagesanzeiger:
»Ältere Arbeitnehmer seien möglichst lange ins Erwerbsleben einzubinden, propagieren Politiker und Firmenbosse. Doch die Realität sieht anders aus.«
Die Erwerbsquote der über 65-Jährigen steige wohl seit zwei Jahren leicht an, wie das Bundesamt für Statistik ermittelt hat. Sie liege aber immer noch deutlich unter 15 Prozent und damit unter dem Wert von 1996. Markant höher sei die Quote der Erwerbstätigen, die vor Erreichen des regulären Rentenalters ihre Arbeit aufgeben: Sie lag 2007 bei 20 Prozent. Eine Umfrage habe ergeben, dass Angestellte, die übers Rentenalter hinaus arbeiteten, auch in Zeiten florierender Wirtschaft Seltenheitswert besäßen.

Vor Jahren forderte Peter Hasler (Arbeitgeberverband):
»Wir müssen wegkommen von diesem Jugendlichkeitswahn, weg von dieser Auffassung, dass Arbeit nur Mühsal und Plage ist.«
Heute stellt Thomas Daum (ebenfalls Arbeitgeberverband) ernüchtert fest:
»Das braucht seine Zeit, weil wir eine Mentalitätsveränderung bewirken müssen.«
Allerdings konstatiert der Altersforscher François Höpflinger, dass vor allem jene Arbeitnehmer zum Zug kommen, die gut qualifiziert sind und sich auch in früheren Jahren kontinuierlich fortbildeten.
»Das bedeutet, dass sich die Schere zwischen top qualifizierten älteren Personen und solchen mit Bildungsdefiziten noch weiter öffnet.«
Erstere sind den Arbeitgebern Gold wert, Letztere gelten auch heute noch als altes Eisen.
Der ganze Artikel.

Unser Kommentar: Unternehmen und Unternehmer sollten verschärft darauf achten, dass Mitarbeiter bereits in den Vierzigern Fortbildung genießen, die über die bloße fachliche Weiterqualifikation hinausgeht. Das Thema Talent-Management widmet sich diesem Umstand.

Dienstag, 29. April 2008

Radikales Umdenken in den Firmen erforderlich

»Bereits heute ist ein radikales Umdenken in den Firmen erforderlich, sonst gehen ab 2011 Fachkräfte, Märkte und ganze Produktionszweige verloren,« sagt Bodo Stange, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Stade. Seine Studie stellt fest, dass bis zu 70 Prozent der Firmen im Nordwesten von Niedersachsen glauben, sie seien von dem Wandel in der Gesellschaft nicht betroffen. 45 Prozent von 2000 befragten Firmeninhabern halten es nicht für erforderlich, über neue Vertriebswege nachzudenken und knapp 40 Prozent rechnet nicht mit einem veränderten Kundenverhalten.
Den ganzen Artikel finden Sie hier bei Focus online unter der Überschrift »Firmen ignorieren die Dramatik«. Besonders lesenswert sind die Kommentare, die Sie unter diesem Link aufrufen können.

Montag, 24. März 2008

USA: Jetzt 50-Jährige kränker als in vorhergehenden Generationen

Florian Rötzer schreibt in TELEPOLIS: »Nach einer Studie von US-Wissenschaftlern könnte der Gipfel der kontinuierlich steigenden Lebenserwartung bereits überschritten sein.« Er bezieht sich dabei auf us-amerikanische Studien und schreibt weiter:
»In den letzten Jahren wurden wir stets mit den Voraussagen konfrontiert, dass die Menschen immer älter werden. Seit Jahrzehnten steigt die Lebenserwartung bei Männern und Frauen kontinuierlich an: bei 1963 geborenen Frauen lag sie bei 73 Jahren (Männer: 68), heute liegt sie bei 81,5 (75,9) Jahren. Zusammen mit der sinkenden Geburtenrate wird deshalb behauptet, dass allein die demographische Entwicklung die sozialen Sicherungssysteme zusammenbrechen lasse, weswegen sie umgebaut werden müssten. Nach einer Studie von US-Wissenschaftlern könnten solche Hochrechnungen jedoch in die Irre gehen, da möglicherweise der Gipfel der Lebenserwartung bald erreicht oder überschritten werden und die nächste Generation der Alten schon weniger gesund sein könnte.«

Wenn aber die Lebenserwartung zurückgeht, könnten die Renten- und Gesundheitssysteme gegenüber den auf Hochrechnungen beruhenden Voraussagen entlastet werden... Ganzer Artikel